Die besten Kaffeesorten

Es gibt Leute die viele tausend Euro in eine gute Flasche Whisky, Champagner oder Wein investieren. Die Top Five der teuersten Kaffeesorten der Welt zeigen uns, dass man auch für Kaffee sehr viel Geld ausgeben kann.

Platz 5: Hawaii Kona

Diese besondere Kaffeesorte wächst an den Hängen des Mount Hualalai und des Mauna auf Hawaii’s größter Insel Big Island und ist für ihre natürliche Süße bekannt. Durch mineralreiches Vulkangestein kombiniert mit einer hohen Luftfeuchtigkeit herrschen hier die besten Anbaubedingungen weltweit wie man sagt, und das liebt die Kaffeepflanze. An den Bezeichnungen „extra fancy“, „fancy“ und „number one“ erkennt man die beste Qualität bei Kona Kaffee. Lediglich zwischen 16 und 24.000 Säcken Rohkaffee – was wirklich sehr wenig ist – können jährlich geerntet werden, weshalb der Kona Kaffee meistens nur als Mischung mit anderen Rohkaffee-Sorten erhältlich ist. Diese Tatsachen bewirken somit, dass ein 100% Kona Kaffee nur sehr schwer zu bekommen ist.

Wie schmeckt der Kona Kaffee? Cremig sanft, schokoladig, hat ein ausgewogenes Säureverhältnis, natürliche Süße
Preis: Der Preis beläuft sich auf ca. 38 Dollar pro Pfund.

 

Platz 4: Jamaica Blue Mountain

Der Jamaica Blue Mountain ist wahrscheinlich der bekannteste Kaffee unserer Top Five und eine echte Rarität, wie viele wissen. Er wächst in Jamaica, wird per Hand gepflückt und nicht wie herkömmlicher Kaffee in Säcken, sondern ausschließlich in schwarz bedruckten Fässern geliefert. Eine Farm mit dem Namen Wallenford Estate, auf der der originale Jamaica Blue Mountain angebaut wird, kam auf diese Idee. Das Klima ist auch hier ein maßgeblicher Einflussfaktor für den außergewöhnlichen Geschmack. Im Osten der Insel wachsen und gedeihen die feinen Arabica-Bohnen aufgrund des kühlen Klimas und des vielen Regens besonders langsam und schonend. Wie beim Hawaii Kona Kaffee wirft das kleine Gebiet in Jamaica, in dem dieser Kaffee angebaut wird, nicht sehr viel Rohkaffee ab, weshalb es ebenfalls sehr schwer ist, einen original Jamaica Blue Mountain Kaffee zu bekommen. Vorsicht ist hier geboten, denn leider sind deswegen viele Fälschungen auf dem Markt! Die Japaner kaufen übrigens den meisten (ca. 85% der Ernte) original Jamaica Blue Mountain Kaffee.

Wie schmeckt der Jamaica Blue Mountain? besonders mild, dafür umso aromatischer, natürliche Süße
Preis: Der Preis beläuft sich auf ca. 55 Dollar pro Pfund.

 

Platz 3: St. Helena

Napoleon Bonaparte verbrachte seine letzten Jahre auf der kleinen Insel, die ca. 1200 Kilometer vor der afrikanischen Küste liegt. Dank Napoleon kam der dort angebaute Kaffee zu Weltruhm. Bis nach Paris und weiter in die Welt gelangen seine Lobeshymnen auf die dort angebaute Kaffeesorte mit dem Namen Green Tipped Bourbon Arabica. Bereits im Jahr 1839 wurde dieser Kaffee von der Londoner Kaffeehandels-Agentur W. Burnie & Co. zum qualitativ besten Kaffee der Welt erklärt. Diese Bohnen sind bis heute unglaublich beliebt und die nur sechs Kaffee-Fincas der Insel konnten ihre Produktion seit den 1990er Jahren um ein Vielfaches steigern. Die Anbaufläche der Insel ist sehr eingeschränkt, weshalb die Erträge der Ernte nur sehr begrenzt auf dem Weltmarkt vorhanden sind. Durch die Kombination von hervorragender Qualität und limitierter Verfügbarkeit entsteht der hohe Preis.

Wie schmeckt der St. Helena Kaffee? gehaltvoll aber trotzdem sanfter Geschmack, leichte & feine Säure
Preis: Der Preis beläuft sich auf ca. 85 Dollar pro Pfund.

 

Platz 2: Panama, Hacienda LaEsmeralda

Feucht und relativ kühl ist es in der Region Boquete in Panama, wo der Mount Barú steht, an dessen Hängen die Kaffeekirschen langsam heran wachsen. „Geisha“ lautet der bezaubernde Name der besten Kaffe-Varietät, die dort angebaut wird und in den 1930er Jahren von Abessinien nach Panama gebracht wurde. Die Finca LaEsmeralda ist die berühmteste Farm auf der Insel, die diese Bohnen anbaut und dafür international schon viele Preise gewonnen hat. In dem Buch „God in a Cup“ von Michaele Weissman können Sie mehr über diese Finca und ihre Betreiber erfahren. Die Autorin entdeckte bei ihrem Besuch der Finca ihre Liebe zu Kaffee.

Wie schmeckt der Hacienda LaEsmeralda Kaffee? Noten von Jasmin, Zitrus und Blaubeeren
Preis: Der Preis beläuft sich auf ca. 108 Dollar pro Pfund.

 

Platz 1: Kopi Luwak

An diesem Beispiel kann man sehen, dass die Begriffe „Ausscheidung“ und „Auszeichnung“ manchmal näher beieinander liegen als man denkt. Beim teuersten Kaffee der Welt handelt es sich nämlich um die Ausscheidungen einer Katze. Die Gattung der Zibetkatze ist sehr besonders, sie lebt auf den indonesischen Inseln Java, Sumatra und Sulawesi und ernährt sich gerne von reifen, roten Kaffeekrischen. Sie frisst die unverdaulichen Kaffeebohnen und scheidet sie wieder aus. Aufgrund des Fermentationsprozesses im Darm der Katze entstehen besondere Aromen in der Rohkaffee-Bohne, welche anscheinend herausragend gut schmecken. Es werden jährlich nur 230 Kilo des Kopi Luwak Kaffee’s „produziert“, da nur die ausgeschiedenen Bohnen von wilden Zibetkatzen als wirklich echt gelten und diese müssen mühsam von Hand in den Urwäldern gesucht werden. Deshalb ist es so gut wie unmöglich einen original Kopi Luwak Kaffee zu bekommen. Der Kaffee wurde mit der Zeit immer beliebter, deshalb gibt es mittlerweile Farmen wo Zibetkatzen in Massenhaltung mit Kaffeekirschen regelrecht gemästet werden. Alleine deshalb sollte man den Kopi Luwak Kaffee nicht kaufen, zumal man ja sowieso von einer Art Fälschung sprechen kann, welche aber immer noch sehr viel Geld kostet. Abgesehen von diesen Tatsachen ist der Geschmack noch schlechter als sein Ruf.

Wie schmeckt der Kopi Luwak? schokoladig, muffig-exotisch (Wollen wir das wirklich probieren?)
Preis: Der Preis beläuft sich auf ca. 600 Dollar pro Pfund.

 

Wie man hier sieht, ist teuer nicht immer unbedingt besser. Eine gute Bohnen-Qualität ist selbstverständlich wichtig für den perfekten Kaffeegenuss, aber gute Bohnen bekommt man wesentlich günstiger. Vor allem aber kommt es auch immer auf die richtige Zubereitung an – denn selbst der teuerste Kaffee wird mit der falschen Zubereitung ungenießbar…